Was 2026/27 für iOS-Apps ansteht

Eine App ist nach dem Launch nicht fertig. Apple ändert jedes Jahr Anforderungen, Gebühren und Schnittstellen, und einige davon sind Pflicht: Wer sie verpasst, kann keine Updates mehr einreichen oder riskiert, dass die App bei Nutzern nicht mehr startet. Für die kommenden Monate haben sich gleich mehrere solcher Termine angesammelt. Hier ist der Überblick – mit dem, was Sie jeweils tun müssen.

Die Termine auf einen Blick

Termin Was Wen es betrifft
seit September 2026 Neue Fragen zum Altersrating müssen beantwortet sein alle Apps bei neuen Einreichungen und Updates
seit 1. Oktober 2026 Neue Geschäftsbedingungen und Provisionen in der EU Apps mit Verkäufen oder Abos in der EU
ab iOS 27.2 Alternativer Tracking-Dialog (ATT) in Deutschland verpflichtend Apps, die Nutzer-Tracking abfragen
1. Februar 2027 Altes Developer-ID-Zertifikat läuft ab Mac-Apps außerhalb des App Store
April 2027 Neue Apps und Updates nur noch mit dem iOS-27-SDK alle iOS- und iPadOS-Apps
mit macOS 27 Letzte Version mit Rosetta, nur noch Apple-Chips Mac-Apps, die noch für Intel gebaut sind

April 2027: Updates nur noch mit dem iOS-27-SDK

Ab April 2027 nimmt App Store Connect neue Apps und Updates nur noch an, wenn sie mit dem SDK für iOS 27 und iPadOS 27 gebaut sind. Dasselbe gilt für tvOS, visionOS und watchOS.

Das klingt nach einer Formalität, ist es aber oft nicht. Mit einem neuen SDK kommen geänderte Standardverhalten, abgekündigte Schnittstellen und neue Vorgaben. Bei nativen Apps ist das in der Regel überschaubar. Bei Cross-Plattform-Apps hängt der Termin zusätzlich davon ab, wann das jeweilige Framework das neue SDK unterstützt. Wie das in der Praxis aussehen kann, haben wir am Beispiel .NET MAUI auf .NET 10 beschrieben.

Was zu tun ist: Die App rechtzeitig vor April mit Xcode 27 bauen und testen – nicht erst, wenn ein dringender Fehler behoben werden muss. Denn genau dann darf das Update nicht an der SDK-Pflicht scheitern.

Seit 1. Oktober 2026: neue Bedingungen in der EU

Apple hat seine Geschäftsbedingungen für die EU neu geordnet. Die wichtigsten Änderungen:

Zahlungsweg Provision ermäßigt*
Apple In-App-Kauf 26 % 15 %
alternativer Zahlungsanbieter in der App 20 % 10 %
Link zu Angeboten außerhalb der App (Käufe innerhalb von 7 Tagen) 15 % 10 %

* für Teilnehmer am App Store Small Business Program und bestimmten Partnerprogrammen sowie für Abonnements nach dem ersten Jahr

Neu ist außerdem, dass Apps in der EU alternative Zahlungswege neben dem Apple In-App-Kauf anbieten dürfen. Für Apps, die außerhalb des App Store vertrieben werden, ersetzt eine Provision von 5 % die bisherige Core Technology Fee; die Initial Acquisition Fee und die Store Services Fee entfallen.

Was zu tun ist: Wer in der EU digitale Inhalte oder Abos verkauft, sollte durchrechnen, welcher Zahlungsweg sich lohnt. Für viele kleine Anbieter bleibt der Apple In-App-Kauf mit 15 % die einfachste Lösung. Bei größeren Umsätzen kann sich ein eigener Zahlungsanbieter oder ein Link-Angebot rechnen – mit zusätzlichem Aufwand für Integration und Abrechnung.

Ab iOS 27.2: neuer Tracking-Dialog in Deutschland

Im Rahmen von Vereinbarungen mit europäischen Wettbewerbsbehörden ändert Apple den Dialog der App Tracking Transparency (ATT) in der EU. Ab iOS 27.2 gibt es eine alternative Version der Systemabfrage. Für Apps, die in Deutschland, Frankreich, Italien, Polen und Rumänien vertrieben werden, ist aus rechtlichen Gründen nur noch diese alternative Version verfügbar. Wann Sie überhaupt um Erlaubnis fragen müssen, ändert sich nicht.

Was zu tun ist: Wenn Ihre App Tracking abfragt, prüfen Sie den neuen Dialog in der Beta und passen Sie gegebenenfalls Texte und Abläufe davor an. Wer Zustimmungsraten auswertet, sollte nach dem Wechsel genauer hinschauen.

Seit September 2026: Altersrating mit Social-Media-Fragen

Der Fragebogen zum Altersrating in App Store Connect enthält neue Fragen zu Social-Media-Funktionen – etwa ob Nutzer Inhalte anderer teilen, verstärken oder darauf reagieren können. Seit September 2026 müssen die Antworten bei neuen Einreichungen und Updates vorliegen. Hintergrund sind neue Möglichkeiten für Eltern, die Nutzungszeit nach App-Kategorien zu begrenzen.

Was zu tun ist: Den Fragebogen beim nächsten Update sorgfältig beantworten. Auch Business-Apps mit Kommentar- oder Teilen-Funktionen können betroffen sein.

1. Februar 2027: Developer-ID-Zertifikat läuft ab

Das ursprüngliche Developer-ID-Zertifikat von Apple, mit dem Mac-Apps außerhalb des App Store signiert werden, läuft am 1. Februar 2027 ab. Zertifikate dieser Stelle funktionieren ab dann nicht mehr.

Was zu tun ist: Unter „Certificates, Identifiers & Profiles" prüfen, ob Zertifikate betroffen sind, und Apps rechtzeitig mit einem neuen Zertifikat signieren. Betroffen sind vor allem Unternehmen, die Mac-Software direkt an Mitarbeitende oder Kunden verteilen.

macOS 27: das Ende von Intel und Rosetta

macOS 27 läuft nur noch auf Macs mit Apple-Chip und ist zugleich die letzte Version mit Rosetta. Danach starten reine Intel-Apps auf Apple-Silicon-Macs nicht mehr. Schon ab macOS 26.4 können Nutzer beim Start solcher Apps einen Hinweis sehen, dass sie auf eine native Version umsteigen sollen.

Was zu tun ist: Mac-Apps, die noch nur für Intel gebaut werden, als Universal Binary oder nur für Apple-Chips neu bauen.

Nicht nur Pflicht: neue Chancen für Business-Apps

Zwischen den Pflichtterminen gibt es auch Neues, das sich lohnt. Seit iOS 27 sind Mehrplatz-Käufe für Abonnements in App Store Connect standardmäßig aktiviert. Unternehmen können damit Abos für mehrere Personen auf einmal kaufen. Für Business-Apps mit Abo-Modell ist das ein direkter Weg zu Firmenkunden. Mit Bundles und Suites lassen sich später im Jahr mehrere Abos in einem Kauf anbieten. Voraussetzung für beides ist StoreKit 2.

Aus unserer Wartungspraxis

Wie schnell aus einer Plattformvorgabe ein Zeitproblem wird, zeigt ein Beispiel von der Android-Seite: Bei einer der von uns betreuten Apps stand im Sommer 2026 der Wechsel auf die Version 8 der Google Play Billing Library an. Ohne diese Umstellung hätte Google Play weitere Updates der App abgelehnt. Solche Fristen kommen nicht aus dem eigenen Projektplan, sondern von den Plattformen – und sie kommen auf iOS und Android gleichermaßen. Deshalb behalten wir sie für die Apps unserer Kunden im Blick und planen sie ein, bevor sie drängen.

Fazit: Pflichttermine gehören in den Wartungsplan

Keiner dieser Termine ist für sich genommen ein Großprojekt. Zusammen zeigen sie aber, warum eine App laufende Pflege braucht: Externe Fristen bestimmen den Takt, nicht der eigene Zeitplan. Wer die Termine kennt und einplant, erledigt sie nebenbei. Wer sie verpasst, merkt es oft erst, wenn ein dringendes Update nicht durchkommt. Mehr dazu, wie wir Wartung planen und kalkulieren, lesen Sie in App-Wartung nach dem Launch.

Sie möchten wissen, welche dieser Termine Ihre App betreffen? Mehr zu unserem Angebot finden Sie unter App-Entwicklung. Oder sprechen Sie uns direkt an.


Quellen: Apple Developer – SDK-Anforderungen ab April 2027 · Apple Developer – Apps in der EU (Geschäftsbedingungen) · Apple Developer – Neue EU-Bedingungen ab 1. Oktober 2026 · Apple Developer – App Tracking Transparency in der EU · Apple Developer – Altersrating mit Social-Media-Fragen · Apple Developer – Ablauf des Developer-ID-Zertifikats · Apple Developer – Änderungen bei Rosetta · Apple Developer – Bundles, Suites und Mehrplatz-Käufe